Als in Paris am 12. Dezember 2015 die Klimaschutzziele beschlossen wurden, gab es von allen Seiten Applaus. Die Hoffnung war groß einen Durchbruch erzielt zu haben, auch weil die großen Industrienationen dabei waren. Doch mit dem angekündigten Ausstieg der USA ist das Erreichen die Ziele wieder in Frage gestellt.

Die Ziele sind:

  • Begrenzung des Anstiegs der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 Grad über dem vorindustriellen Niveau
  • Anpassen an die Folgen des Klimawandels ohne Nachteile für die Nahrungsmittelproduktion
  • Vereinbarkeit der Finanzströme mit niedrigen Treibhausgasemissionen

Eigentlich wollte man den Anstieg der globalen Temperatur auf 1,5 Grad beschränken. Um das zu erreichen müssen die Treibhausgas-Emissionen 2020 ihren Höhepunkt haben und dann rapide sinken. Das bedeutet nach derzeitigen Hochrechnungen , dass aus 40 Milliarden Tonnen Gasen im Jahr 2020 etwa 20 Milliarden Tonnen im Jahr 2030 werden müssen. Ob man wirklich die Menge der ausgestoßenen Gase in 10 Jahren halbieren kann ist allerdings fraglich, vor allem weil es unklar ist, wie sich die Schwellenländer verhalten.

Umstieg ist wichtig

Was helfen könnte, ist zum einen schnellerer Umstieg auf erneuerbare Energien, vor allem auf Wind- und Solarenergie. China ist hier bereits ein Vorreiter, aber aufstrebende Staaten in Südostasien und Afrika zeigen noch keine Erfolge, trotz ausreichender Ressourcen wie Sonnenbestrahlung und Wind. Lediglich im Bereich Wasserkraft gibt es große Investitionen, die aber wegen ihrer Auswirkungen für die Umwelt umstritten sind. Hinzu kommt der Einfluss der Kohle-Lobby, die bislang für die Energieversorgung zuständig ist.

Gleichzeitig ist das Abholzen der Wälder ein noch immer wachsendes Problem. Die CO2-Zertifikate helfen auch nicht immer, wie zum Beispiel die Fluglinie Virgin feststellen musste: Deren Investitionen in ein Projekt in Kambodscha wurden jetzt wieder zurückgezogen, weil vor Ort nach wie vor massiv gerodet wurden. Das immer noch lukrative Geschäft mit Palmölplantagen in Asien und Südamerika zieht auch nach wie vor Abholzungen nach sich. Hier gibt es aber Hoffnungen auf große Wiederaufforstungsprojekte.

169 Staaten machen mit

Energiesparen ist eine weitere Maßnahme, die zumindest in den westlichen Nationen zu greifen scheint. Auch das Autos immer weniger Benzin verbrauchen, hilft der Umwelt in großem Stil, auch wenn der Effekt bis 2020 wegen der langen Lebensdauer von alten Autos noch recht klein sein dürfte – ähnliches gilt für elektrisch angetriebene Fahrzeuge.

Auch wenn der gewollte Ausstieg der USA hohe Wellen schlug, so haben doch 169 Staaten das Abkommen ratifiziert, darunter Indien und China, zwei der größten Verschmutzer. Und auch die USA wird erstmal Maßnahmen umsetzen müssen – ein Ausstieg is vertraglich erst im Januar 2020 möglich.

In Deutschland gibt es derweil Bedenken, dass die neue große Koalition sich weiter der Industrielobby beugen und wichtige Klimaziele verschieben könnte. Es mehren sich aber die Meldungen, dass man das Jahr 2020 als Klimaziel nicht mehr anpeilen will. Man bekenne sich, so heißt es in internen Papieren, zwar zu den Absichten, aber denke nicht die Ziele 2020 erreichen zu können. Oder zu wollen.