Wir alle wollen gesunde Lebensmittel, aber kaum jemand ist bereit, dafür auch mehr zu bezahlen. Bioprodukte machen immer noch einen verschwindend geringen Teil des Lebensmittelumsatzes aus. Deshalb benutzen Bauern immer noch Pflanzenschutzmittel, um möglich große Ernten zu haben und die bringen Preise halten zu können. Eines der Mittel, Glyphosat, ist ins Gerede gekommen, weil es in Speiseeis gefunden wurde. Gleichzeitig haben Studien es sowohl als unbedenklich als auch als bedenklich eingestuft. In der Öffentlichkeit herrschte eine Glyphosat-Panik, die auch nicht geringer wurde, als der deutsche Landwirtschaftsminister bei der EU für eine Verlängerung der Genehmigung stimmte.

Aber was ist dran an den Vorwürfen? Sicher ist, dass Glyphosat-Spuren gefunden wurden. Allerdings ist das auch nicht verwunderlich , weil Messmethoden immer genauer werden. Die Frage ist weniger, was gefunden wird, sondern in welchen Mengen es schädlich sein kann. Und da scheiden sich bei Glyphosat, aber auch bei anderen Mitteln die Geister, auch weil in vielen Versuchen immer mit hohen Dosen gearbeitet wird, die dann lediglich heruntergerechnet werden.

Glyphosat ist eines der am besten erforschten Pflanzenschutzmittel und weltweit seit Jahrzehnte im Einsatz. Forscher befürchten, dass ein Ersatz mit weniger gut untersuchten Mitteln keine Alternative wäre und fordern mehr Studien.