Das Bild hat die Runde in allen sozialen Netzwerken gemacht: Eine Wasserschildkröte, die einen Strohhalm durch die Nase stecken hat. Es ist Sinnbild für die Vermüllung der Ozeane. Die Schildkröte wurde von Forschern bei einer Reise in der Nähe von Costa Rica gefunden. Sie zogen den Strohhalm mit einem Taschenmesser aus der Nase, andere Instrumente gab es nicht. Die Prozedur wurde auf Video aufgenommen und dieses verteilte sich rasend schnell. Offenbar hatte das Tier den Plastikstrohhalm aus Versehen verschluckt und dann versucht herauszuwürgen.

Gerade die “Kein Plastik’”-Kampagnen erweiterten ihr Repertoire mit Anti-Strohhalm-Kampagnen um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, und einige Erfolge sind sichtbar: Immer mehr Restaurants verzichten auf Plastikstrohhalme, auch wenn der Ersatz mit Metallröhrchen oder Bambushalmen nicht wirklich die Konsumenten zufriedenstellt.

Kleine Partikel, große Wirkung

Gleichwohl ist der Müll in den Weltmeeren ein Problem. Immer mehr so genannte Mikropartikel finden sich in den gefangenen Fischen, oft kaum mit dem bloßen Auge zu erkennen. Die Befürchtungen von Wissenschaftlern: Wir nehmen diese Plastikpartikel mit der Nahrung auf, und manche davon können krebserregend sein.

Forschungen an Korallenriffen haben gezeigt , dass die Korallen eine wesentlich höhere Wahrscheinlichkeit haben zu erkranken wenn sie vermüllt sind. Ein Grund könnte darin liegen, dass die Mikroplastikteilchen von den Korallen eingebaut werden und dann den Stoffwechsel, aber auch die Festigkeit beeinflussen können.

Es ist schwer abzuschätzen, wie groß die Müllmengen im Meer sind, auch weil Plastik zerfallen und dann auf den Meeresboden sinken kann. Immer wieder werden so genannte Müllstrudel entdeckt, große Flächen in Meer, die mit Müll bedeckt sind.

Man geht mittlerweile davon aus, dass auf zwei Planktonteilchen im Mittelmeer ein Plastikteilchen kommt. Vor New York sollen 185 Millionen Plastikstücke schwimmen, errechneten Wissenschaftler. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die nächste Schildkröte gerettet werden muss.