Wie der globale Klimawandel aufzuhalten ist, hat sich zu einer der schwierigsten Fragestellungen der Menschheit im 21. Jahrhundert entwickelt. Schon vor dem Pariser Klimaabkommen wurden viele verschiedene Ideen diskutiert und teilweise auch implementiert. Manche dieser Ideen, wie zum Beispiel der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien, versprechen bereits einige Erfolge. Auch der wachsende Verzicht auf Kunststoffverpackungen in einigen europäischen Städten ist lobenswert. Andere Ideen sind allerdings deutlich weniger seriös. Manche Theoretiker setzen zum Beispiel auf erwartetes sinkendes Bevölkerungswachstum. Leider sind in der internationalen Gemeinschaft längst nicht alle Politiker bereit, gleich viel gegen den Klimawandel zu tun. Einige bestreiten ihn sogar gänzlich, während sich Einwohner der Fidschiinseln zusehen müssen, wie ihre Küsten verschwinden. Inmitten all dieser teils gegensätzlichen Entwicklungen untersucht ein Forscherteam aus Island einen spannenden neuen Ansatz, um den Klimawandel wenigstens ein kleines bisschen auszubremsen. Inwiefern dieses Projekt erfolgreich sein wird, steht noch offen. Dennoch zeigen die Wissenschaftler, dass im Kampf gegen den Klimawandel Kreativität ein wichtiges Gut ist.

Kohlendioxid wird zu Steinen

Einfach gesagt wird der Klimawandel vor allem durch sogenannte Treibhausgase vorangetrieben. Zu diesem gehört Kohlendioxid, welches seit der Industrialisierung in großen Mengen in die Atmosphäre gepumpt wird. Dies hat zur Folge, dass unsere Atmosphäre – ähnlich wie ein Treibhaus – zu viel Wärme hält. Das führt zum Anstieg globaler Durchschnittstemperaturen. Allerdings werden deswegen nicht alle Gebiete der Erde gleichermaßen wärmer. Aufgrund der Komplexität des Klimas wird es in manchen Regionen sogar kälter. Auch extreme Wetterphänomene wie Tornados, Fluten, Dürren und Hurricanes nehmen zu. Um diesem Trend entgegenzuwirken, ist es wichtig, die Menge an CO2 in unserer Atmosphäre zu verringern. Genau das ist das Ziel der isländischen Forscher. Als erster Schritt wird mithilfe einer großen Anlage das CO2 aus der Luft gesaugt. So weit, so gut. Doch wohin damit? Schließlich lässt sich ein Gas schwer lagern. Für diese Fragestellung haben die Forscher einen einzigartigen Lösungsansatz entwickelt. Sie vermischen das CO2 mit Wasser, welches tief in den Boden gepumpt wird. Natürlich nicht in irgendeinen Boden, sondern in Basaltgesteine. Diese enthalten viele Mineralien, die das Treibhausgas binden. Nach und nach wird es dann zu Stein, ein Prozess der etwa zwei Jahre dauert.

Wichtiger Erfolg oder Geldverschwendung?

Dass die Methode an sich funktioniert, ist eigentlich unbestritten. Das Kohlendioxid kann, nachdem es versteinert wird, nicht ohne großen Aufwand wieder freigesetzt werden. Somit ist dem Klima damit tatsächlich geholfen. Das Problem an der Sache sind die damit verbundenen Kosten. Da es sich noch um ein Pilotprojekt handelt, sind die Kosten für die Entfernung einer einzigen Tonne Kohlendioxid enorm. Selbst wenn das Projekt weiträumig umgesetzt wird, ist es unwahrscheinlich, dass die Kosten unter hundert Euro pro Tonne CO2 fallen. Andererseits könnte es sein, dass mit zusätzlicher Forschung und Entwicklung der Prozess noch effizienter gestaltet werden kann. Dennoch ist es nach wie vor wichtig, dass jeder Einzelner versucht, den eigenen CO2-Fußabdruck zu verringern. Zum Einkaufen empfehlen sich Stoffbeutel anstelle von Plastik. Neue Schuhe sollten möglichst umweltfreundlich produziert werden, und müssen auch nicht unbedingt jeden Monat her. Auch auf Flugreisen lohnt es sich zu verzichten, da bei diesen tonnenweise Kohlendioxid ausgestoßen wird. Wenn jeder die eigenen Konsumgewohnheiten anpasst, ist bereits viel erreicht.