Weltweit sterben die Honigbienen und noch immer ist nicht die wirkliche Ursache gefunden. Man weiß lediglich, dass veränderte Umweltbedingungen und vor allem der massenhafte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln eine Rolle spielen. Studien gehen davon aus, dass in den vergangenen 30 Jahren die Biomasse der fliegenden Insekten um 70 Prozent abgenommen hat, was verheerend ist.

Denn die Insekten sind nicht nur Futter für Vögel und andere Tiere, sondern vor allem auch Bestäuber. Die Bienen machen den Löwenanteil bei der Bestäubung aus, aber, so Experten, alleine schaffen sie das auch nicht. Deshalb ist guter Rat teuer, denn ohne die kostenlose Bestäubungsleistung der Bienen und Hummeln ist die Landwirtschaft nicht mehr in dem Maße durchzuführen, wie das heute der Fall ist.

Auch finden Bienen durch Monokulturen kaum mehr Nahrung. Es finden sich kaum noch Naturwiesen und Wälder mit großer Pflanzenvielfalt. Hinzu kommt, dass oft zu viele Bienenstöcke zusammen gehalten werden und die Gefahr groß ist, dass eine Krankheit schnell auf alle anderen überspringt, Gerade durch ein geschwächtes Immunsystem – oft ebenfalls ausgelöst durch Insektizide und Pestizide – sind die kleinen Flieger dann nochmal anfälliger für Krankheiten.

Handbestäuben und Drohnen

In China geht man schon so weit, dass Apfelblüten mit der Hand bestäubt werden. Hunderte von Arbeitern gehen auf Leitern von Apfelbaum zu Apfelbaum und bestäuben die Blüten mit einem kleinen Pinsel. In den Forschungslaboren der High-Tech-Firmen wird derweil an Drohnen gearbeitet, die diese Aufgabe übernehmen könnten. Dann wird in Zukunft ein Landwirt nicht auf die Bienen warten, sondern auf einen surrenden Schwarm Drohnen, die sich über seine Blüten hermachen. Fraglich ist allerdings, zu welchen Kosten so etwas geschieht. Werden sich die Bauern das leisten können, bekommen sie diese Leistung doch bislang gratis frei Haus geliefert. Und werden sich neue Abhängigkeiten ergeben, wie sie jetzt schon durch Düngemittelhersteller und Saatgut-Konzerne entstanden sind?

Um das Bienensterben aufzuhalten braucht es mehrere Maßnahmen die umgesetzt werden. In Bayern fließen 60 Millionen Euro in einen Biodiversitäts-Etat. Dieser könnte Landwrite fördern, die zumindest Feldränder natürlich bewachsen lassen.

Verbot alleine hilft nicht

Wichtiger aber ist, dass es einen Konsens darüber gibt, welche Auswirkungen die Neonikotinoide haben, Nervengifte die in Insektiziden enthalten sind. Noch immer wartet man auf einen Abschlussbericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, die sich des Themas angenommen hat und eine EU-weite Entscheidung treffen soll. Ob diese Entscheidung ein Verbot der Nervengifte beinhalten, ist unklar, zu mächtig sind die Unternehmen, die diese Gifte produzieren und zu gut ist das Geschäft mit diesen.

Auch wenn die meisten Imker und Experten einen solchen Schritt begrüßen würden, wäre damit alleine aber das Problem noch nicht gelöst. Flächenversiegelungen müsste ebenfalls rückgängig gemacht werden wo immer es möglich ist. Und: Agrarflächen müssen kleiner werden, weil die Bienen nicht in der Lage sind ein großes Maisfeld auf der Suche nach Nahrung zu überfliegen. Viele sterben dann schon durch Erschöpfung.